Sanierte Abwasserrohre müssen chemisch beständig sein

Rohrsanierung und Chemische Beständigkeit

Chemische Beständigkeit von Abwasserrohren nach der Rohrsanierung

Was muss ein Abwasserrohr alles können? Die meisten würden sagen, dicht sein und die Stoffe, die über das Abwassernetz entsorgt werden, komplett an das Kanalsystem weiterleiten. Damit sie dies lange Zeit können, sind die Ansprüche an das Rohrmaterial hoch. Ein wichtiger Faktor hierfür ist unter anderem die chemische Beständigkeit des Rohrmaterials. Wie sich diese bei einem mit Tubus System sanierten Abwasserrohr verhält, haben wir testen lassen.

Scharfe Sachen

In jedem Haushalt werden teils aggressive Substanzen in das Abwassernetz gegeben, wie Sanitärreiniger oder Waschmittelreste. Spätestens mit einer kleinen Rohrverstopfung, wo viele Mieter gerne auf Rohrreiniger zurückgreifen, wird dem Abwasserrohr einiges abverlangt. Chemische Rohrreiniger bestehen zumeist aus Natriumhydroxid (NaOH) oder Kaliumhydroxid (KOH), die in Kombination mit dem Abwasser eine starke Lauge oder Base bilden. Dem muss ein Abwasserrohr standhalten. Im Übrigen muss nicht die chemische Keule herhalten, einfache Haushaltsmittel wie Essig in Kombination mit Natron (Backtriebmittel) tun es auch (siehe unseren Beitrag „7 Wartungstipps für Ihre Abwasserrohre“).

Was passieren kann

Im Kontakt von diesen Stoffen mit der Rohrinnenwand können verschiedene Vorgänge ausgelöst werden, wie die Aufnahme der Flüssigkeit in den Werkstoff (Quellung) oder die Extraktion löslicher Werkstoffbestandteile (Schrumpfung). Ebenso können chemische Reaktionen (Hydrolyse, Oxidation, etc.) unter Umständen Eigenschaftsveränderungen der Abwasserrohre auslösen.

Auch sanierte Abwasserrohre müssen chemisch beständig sein

Hat ein altes Abwasserrohr seinen Dienst getan, muss es nicht zwangsläufig herausgerissen und erneuert werden. Solange das Altrohr als sogenannter Formgeber noch vorhanden ist, funktioniert eine Erneuerung mit der Rohrinnensanierung. Mit dem Tubus System wird im Sprüh- Schleuderverfahren oder, wie wir sagen, mit dem Rohr-in-Rohr-Verfahren ein neues Rohr in das Alte vor Ort eingebaut – ohne Dreck und Lärm. Das Material, welches hier verwendet wird, muss DIBt geprüft sein und alle notwendigen Eigenschaften eines Abwasserrohres aufweisen, so auch die chemische Beständigkeit. Damit wir sicher sind, dass wir unseren Kunden Qualität in das alte Abflussrohr einbauen, haben wir die chemische Beständigkeit testen lassen.

Der Testaufbau für das Rohr-im-Rohr

Die Prüfung der Beständigkeit erfolgte über die Zugfestigkeit und Reißdehnung im Zugversuch nach DIN EN ISO 527-4:1997-07 sowie die Charpy-Schlagzähigkeit nach DIN EN 150 179-1:2010-11 vor und nach Einlagerung in den Prüfmedien. Weiterhin wurde die Massenänderung des Systems durch Einlagerung in den Prüfmedien getestet.

Als Probenmaterial diente ein 1,2 m langer mit dem Tubus System sanierter Rohrabschnitt der Dimension DN 200. Zur Überprüfung der Beständigkeit des Materials gegenüber der chemischen Belastung durch häusliches Abwasser wurden die jeweiligen Proben 28 Tage bei 23°C in folgende Prüfmedien eingelagert:

• 10 % Schwefelsäure (H2S04)

• 1 % Natronlauge (NaOH)

• 5 % peroxidhaltiger Sanitärreiniger

Die Zugfestigkeit, Reißdehnung, Charpy-Schlagzähigkeit und die Massenänderung wurden von den Proben nach Entnahme aus dem Prüfmedium sowie nach Trocknung und Konditionierung (24 Stunden bei Normklima) bestimmt.

Gute Nutzungseigenschaften bleiben

Die Prüfung der Masseänderung durch die Einlagerung in den Prüfmedien zeigte einen geringen Einfluss. Ebenso wurde die qualitative visuelle Beurteilung gemäß der DIN EN ISO 175:2011-03 mit „kaum wahrnehmbaren Änderungen“ bewertet. Dagegen änderten sich die Zug- und Schlageigenschaften nach 28 Tagen in allen Prüfmedien, lagen jedoch im Vergleich mit anderen Rohrmaterialien in einem nach wie vor guten Bereich.

Ein Abwasserrohr kommt in der Praxis nur kurzzeitig mit aggressiven Chemikalien in Kontakt, da das Abwasser überwiegend in Bewegung ist. Ein Verbleiben des Rohrmaterials von 28 Tagen in diesen Prüfmedien simuliert eher die Zeit, die ein Abwasserrohr in seinem gesamten Dasein in Kontakt mit aggressiven Substanzen kommt. Den nachgewiesenen Veränderungen bezüglich der chemischen Beständigkeit stehen somit weiterhin gute Nutzungseigenschaften des Rohr-im-Rohr–Systems gegenüber. Fazit: Test bestanden.

Sollten Sie Ärger mit Ihren Abwasserrohren haben, egal ob Asbest-, SML- oder auch LORO-X-Rohr, nehmen Sie Kontakt zu uns auf: Rohrsanierung Kontakt

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