Leer- und Stillstand potenziert Schäden im Abwassersystem

Warum platzen Abwasserrohre nach Leerstand?

Die covid-19 Kontaktbeschränkungen führten dazu, dass viele Einrichtungen, wie Schulen oder Hotels über Wochen schließen mussten. Nun wurden die Beschränkungen gelockert und der Betrieb wieder aufgenommen. Viele hoffen nun, diese Krise doch noch gut überwinden zu können. Und dann steht plötzlich die Lobby oder die Kantine unter Wasser. Wie konnte das passieren?

Eines schon mal vorweg, das Abwassersystem war in diesen Fällen schon vor Einstellung des Betriebes nicht mehr gut in Schuss. Doch der wochenlange Stillstand bzw. das Nichtbenutzen der Rohrleitungen haben diesen Schaden noch einmal potenziert.

SML Rohre sind besonders betroffen

Besonders betroffen sind vor allem SML Leitungen. Seit Jahrzehnten wird dieser Baustoff in verschiedenen Abwasserohrsystemen eingesetzt, ob im Büro- oder Hotelkomplex oder eben im Wohnungsbau. Ursache für den Supergau im SML Rohrsystem ist das fehlende Abwasser, dass ein Abwasserrohr quasi in eine trockene Entlüftungsleitung verwandelt. Und diese hat oft eher ein Korrosionsproblem als eine wasserführende Abwasserleitung.

Schwefelbakterien als Ursache der Korrosion

Wird durch die Zersetzung organischer Stoffe der verbleibende Sauerstoff im Rohr aufgezehrt, herrscht im Abwasserrohr ein nahezu anaerober Zustand und flüchtige Schwefelverbindungen entstehen. Durch den Anschluss der Fallstränge und Sammelleitungen am abwasserführenden Kanalnetz sind diese Voraussetzungen auch in „trockenen“ Leitungen gegeben. Entweicht durch Fäulnis Schwefelwasserstoff aus dem Abwasser, greift der den duktilen Grauguss an und verursacht dessen enorm beschleunigte Zersetzung. Dies und ein niedriger pH Wert sind die idealen Lebensbedingungen für die "Schwefelbakterien" Thiobacillus thiooxidans. Durch deren Stoffwechsel entsteht aggressive Schwefelsäure – eine der wichtigsten Ursachen für die Korrosion in Abwasserrohren.

Die dünne Korrosionsschutzschicht, die werkseitig bei der Herstellung der SML Rohre auf die Innenseite aufgetragen wurde, hält der Schwefelsäure nicht lange stand. Zwar benötigt die Durchdringung der Beschichtung eine gewisse Zeit, doch sollten die Abwasserrohre schon Schäden aufweisen, wird die Korrosion nun erheblich beschleunigt. Die Schwefelbakterien finden bei fehlender „Bewegung“ im Rohr und einer höheren Gaskonzentration noch günstigere Lebensbedingungen vor und treiben die Schäden voran.

Bröckelnde Ablagerungen und Muffenverschiebungen

Hinzu kommt, dass kleine Ablagerungen, wie Kalk oder Urinstein, der vielleicht in der Betriebsphase noch die ein oder andere undichte Stelle auffüllte, nun eintrocknet und die schadhafte Stelle nicht mehr voll ausfüllt. Mit Inbetriebnahme der Abwasserleitungen lösen sie sich und werden durch das Rohrsystem geschwemmt. Je nach Größe und zusammen mit der fortschreitenden Korrosion, treten jetzt die Wasserschäden zu Tage. Das kann bis hin zum Bersten ganzer Rohrabschnitte führen.

Auch Dichtungen leiden unter der Zwangspause, trocknen ein und werden porös. Die trockenen Rohre ziehen sich aus den Dichtungsmuffen, wie es oft bei Asbestrohren der Fall ist, und bieten demnach dem wieder eingeleiteten Abwasser die Möglichkeit in die Bausubstanz zu entweichen.

Sanierung im Leerstand oder im laufenden Betrieb

Einige unserer Kunden hatten den Leerstand durch die covid-19 Zwangspause genutzt und uns zur Rohrinnensanierung gerufen. Trockene Rohre und eine Betriebspause haben unsere Jungs noch schneller die neuen Rohre in die alten bauen lassen. Nun, nicht jeder hatte ein Budget für einen solchen Einsatz in Planung und die Unsicherheit in dieser Zeit machte vielen Kunden zu schaffen. Zwar sanieren wir bei Leerstand noch schneller, doch unsere Spezialität ist und bleibt das Sanieren von Abwasserrohren im laufenden Betrieb. Daher zögern Sie nicht uns zu kontaktieren, auch wenn Sie bereits Ihre Immobilie wieder eröffnet und Probleme mit Ihrem Abwassersystem haben sollten.

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