Rohrdurchmesser nach der Sanierung von Abwasserrohren

Ist ein verringerter Rohrquerschnitt zulässig?

Mit dem Rohr-in-Rohr System bauen wir Ihnen ein neues Rohr in das alte marode Abwasserrohr. Verständlicherweise fragen uns vorab viele Kunden, ob dies überhaupt zulässig sei, da es den Rohrquerschnitt verringere. Das ist soweit richtig und ja, es ist erlaubt.

"Es gibt große und kleine Rohre, bei den großen muss mehr durch als bei den kleinen und das wars" sagen sich manche. Doch so einfach ist das leider nicht. Es fängt mit der Größe des Rohrquerschnitts an. Wird er innen oder außen gemessen und welche Durchmesser sind zulässig? Dafür gibt es Normen und Vorschriften.

Der Rohrdurchmesser 

Rohrdimension DN 50Es gibt eine Produktnorm, die die Abwasserrohre nach ihrem nominellen Rohrdurchmesser benennt. Im Englischen heißt dies Diameter Nominal. Das erklärt das Kürzel, welches vor der Bezeichnung der Rohrdimension steht, wie DN 50. Hat ein HT Rohr einen Außendurchmesser von 50 mm ist es DN 50, ein DN 100 allerdings misst außen bereits 110 mm. Je nach Rohrmaterial und Hersteller können diese Maße geringfügig variieren und geben demnach nur einen ungefähren Wert an.

Welche gängigen Rohrdimensionen es innenhäuslich gibt

Rohrdimension Inhouse SanierungInnerhäusliche Abwasserrohre erfüllen den Zweck, das Abwasser vom Ort der Entsorgung, also Spüle, Dusche, Badewanne, Waschbecken oder WC in die öffentliche Kanalisation zu leiten. Dies geschieht über eine Anbindung zur Sammelleitung, durchfließt anschließend eine Fallleitung und wird über eine Grundleitung außerhalb von Gebäuden in den Kanal geleitet. Je nach Abwasseraufkommen sind die Rohre in ihrem Durchmesser dimensioniert. Angefangen von einem Waschbecken-Abfluss mit DN 40 oder der Spüle mit DN 50 bis hin zu DN 70 für Anschlussleitungen und DN 80 bzw. DN 100 für WC's und Fallrohre. Die Grundleitungen sind meistens in DN 100 oder mehr dimensioniert.

Die Größe des Querschnitts ist wichtig

Was passiert, wenn der Rohrquerschnitt zu klein ist, liegt auf der Hand - die Rohre verstopfen oder leiten das Abwasser zu langsam ab. Doch auch zu große Durchmesser bergen eine Gefahr. Hier können Feststoffe nicht weggespült werden, weil der Wasserstrom zu flach ist. Das kann früher oder später zu einer Verstopfung führen. Im Übrigen haben überdimensionierte SML Rohre auch einen zu großen Gasraum und sind dann noch anfälliger für Korrosion. Dem Trend des Wassersparens in den letzten Jahren sind viele Abwasserrohre demnach nicht mehr gewachsen. So wurden sie für die jetzigen Verhältnisse oft zu groß verbaut.

Wovon die Rohrdimension abhängig ist

Im Falle der liegenden Leitungen wie Sammelleitungen sowie Grundleitungen und der vertikalen Rohre (Fallleitungen) sind außerdem die Anzahl der Hausbewohner eines Mietshauses und die Anzahl der Anschlussobjekte entscheidend, wie groß der Rohrdurchmesser sein muss. So kann eine Fallleitung eines Hochhauses durchaus eine DN 200 Leitung sein. Entsprechende Vorgaben und Berechnungen sind in der DIN 1986, Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke, Teil 100 nachzulesen.

Der Innendurchmesser nach der Sanierung

Wenn wir zu den Abwasserrohren gerufen werden, finden sich in ihnen oft jede Menge Ablagerungen, die an sich den Rohrdurchmesser schon verringern. Bevor wir das alte Abflussrohr sanieren, wird daher der alte Rohrdurchmesser wieder hergestellt. Die Ablagerungen werden entweder mit dem Hochdruckreiniger von der Rohrwand gespült oder bei hartnäckigen Verkrustungen abgefräst. Je nach Rohrdimension werden nun über vorhandene Öffnungen im Abwassersystem (WC Anbindung, Entlüftungsleitungen, RFL's) mehrere Schichten auf die alte Rohrinnenwand aufgebracht und so ein neues Rohr mit einer eigenen Statik gebaut. Bei DN 50 beträgt der Auftrag zumeist zwei Schichten (= Wanddicke mind. 2 mm), bei der DN 70 sowie DN 80 zwei bis drei Schichten (= Wanddicke mind. 2,5 mm) und bei DN 100 drei Schichten (= Wanddicke mind. 3 mm).

Mindestwerte in der DIN 1986-100 und DIN EN 12056

Bezüglich des Innendurchmessers gibt es nach DIN 1986-100 und auch DIN EN 12056 Mindestwerte, welche nicht unterschritten werden sollen. Für unbelüftete Sammelanschlussleitungen DN 50 kann der minimale Durchmesser 44 mm betragen. Sind bei DN 90 nur zwei WC's angeschlossen, wären innen gemessen sogar 79 mm noch zulässig. Mit einer Schichtdicke von zwei bis maximal fünf mm (für größere Nennweiten) liegen wir somit im zulässigen Bereich.

Weitere Argumente für das Rohr im Rohr

Zusätzlich ist ein etwas geringerer Rohrdurchmesser in Zeiten des Wassersparens von Vorteil, da so alle Feststoffe gut weggespült werden können. Und zu guter Letzt: Die Oberfläche des neuen Rohres hat einen sogenannten Lotos-Effekt. Dadurch ist sie weniger anfällig für Anhaftungen und Inkrustierungen, die den Rohrquerschnitt vermindern können. Das beutet für Sie: Die nächsten 50 Jahre Ruhe mit den Rohren.

Müssen Ihre Abwasserrohre saniert werden? Rufen Sie uns an, wir helfen gern.

 

Zurück