Gründe für einen Rohrbruch

Wenn eine Abwasserrohrsanierung unausweichlich wird

Stockflecken an der Wand, bröckelnde Farbe oder gleich das halbe Wohnzimmer unter Wasser: Aus einer kleinen Undichtigkeit am Abwasserrohr kann auch schnell ein Rohrbruch werden. Unangenehm für Mieter und Vermieter. Was sind die Ursachen für innerhäusliche Rohrbrüche, wer zahlt für die Schäden und was kann man gegen weitere Schäden tun?

Und wieder ein Rohrbruch? Dieses mal hat es die leerstehende Wohnung im 2. Stock getroffen und die Mietpartei darunter hat diverse Wasserschäden zu beklagen. Wie kann das sein? Wie kam es zu dem Schaden und wer zahlt bei einem Rohrbruch?
 
Ursachen für Rohrbrüche
Die Ursachen für Rohrbrüche bei Abwasserleitungen sind vielfältig. Befinden sich die Leitungen frostfrei innerhalb der Immobilie gibt es folgende Möglichkeiten:
-          Unsachgemäßes Verlegen des Abwassersystems
-          Material bzw. Herstellungsfehler des Rohrmaterials
-          Unvorsichtige Bauarbeiten in der Nähe des Abwassersystems (Anbohren oder Ansägen der Leitungen)
-          Materialermüdung einschließlich Korrosion bei Stahlrohren
 
Wiederholter Rohrbruch?
Ist dies ein wiederholter Rohrbruch in der Immobilie, können Sie davon ausgehen, dass es an den Alterungserscheinungen der Rohrwerkstoffe liegt. Schnelle Reparaturen beheben hier nicht das Problem. Denn versagt das Rohrmaterial an der einen Stelle, dauert es meist nicht lang bis es dies auch an anderer Stelle tut. Dies sieht auch Ihre Gebäudeversicherung so und wird Sie dazu auffordern alsbald eine Sanierung vorzunehmen. Denn für die Wartung und den Erhalt der technischen Infrastruktur ist und bleibt der Eigentümer verantwortlich. Doch wie lange hält so ein Abwasserrohr? Wann müssen Sie eine Sanierung in Betracht ziehen?
 
Lebenserwartung der Rohrwerkstoffe
Die Nutzungsdauer eines Abwasserrohres hängt von dem verwendeten Rohrwerkstoff ab. Innerhäuslich anzutreffen sind neben HT (PE Rohren), Loro-X (verzinktes Stahlrohr), Faserzement, Graugussrohre oder das häufig anzutreffende beschichtete Gussrohr (SML). Während Faserzement nahezu 50 Jahre hält, sind die eisenhaltigen Abwasserrohre (Loro-X, Gussrohr, SML) mitunter schon nach 20 Jahren oder früher zu sanieren. Ursache dafür ist die Korrosion, welche pro Jahr 0,062 und 0,103 mm der Rohrwanddicke eines Abflussrohres minimieren kann. Somit erhöht der Verschleiß das Risiko eines Lecks, Risses, Loches oder sogar eines kompletten Rohrbruchs.
 
Das Problem der trockenen Abflussleitungen
Gerade in leerstehenden Wohnungen wird die Korrosion zu einem Problem, denn die Ursache für den Rost liegt nicht bei dem wasserhaltigen Schmutzwasserdurchfluss, sondern in deren Gasraum. Hier herrschen ideale Lebensbedingungen für die "Schwefelbakterien" Thiobacillus thiooxidans. Durch deren Stoffwechsel entsteht aggressive Schwefelsäure – die zuerst die dünne Korrosion-Schutzschicht bei SML Rohren angreift und nach deren Durchdringung das Material korrodieren lässt. So befinden sich die Löcher, Risse & Co. meist in der Waagerechten auf der Rohroberseite. Besonders förderlich sind stehende Abwässer in nicht genutzten Leitungen, durch deren Faulgase diese Prozesse beschleunigt werden.
 
 
Wer haftet für den Rohrbruch in leerstehenden Wohnungen?
Zahlen muss immer derjenige, der den Schaden verursacht hat. Im Falle der leerstehenden Wohnung ist dies der Vermieter. Er hat dafür Sorge zu tragen, dass das Abwassersystem regelmäßig gewartet wird. Bei leerstehenden Wohnungen oder Etagen sollten wöchentlich die wasserführenden Rohre durchgespült werden, heißt Wasserhähne in Küche und Bad kurz laufen lassen und die Toilettenspülung ebenso betätigen. Besser noch ist es, eine Komplettsanierung des Systems in Betracht zu ziehen. Komplettsanierung heißt nicht, dass sämtlich Böden, Decken, Wände geöffnet werden müssen, um die alten Rohre zu tauschen. Es geht auch innovativer und mieterfreundlicher, indem sie ein neues Rohr in das Alte bauen lassen.
 
Die „bequeme“ Abwasserrohrsanierung
Ein zertifiziertes und seit Jahren erprobtes Verfahren ist das Tubus System. Hier wird über vorhandene Öffnungen im Abwassersystem mit Hilfe eines Sprühkopfes ein glasfaserhaltiger Polyesterkunststoff auf die Rohrinnenwand des Altrohres aufgebracht. Dies geschieht über Entlüftungsleitungen vom Dach aus, über Revisionsöffnungen oder über die Wohnungsanbindungen (WC oder Waschtisch). In mehreren Schichten wird so ein neues, eigenständiges Rohr mit einer Wanddicke von 2-5 mm (je nach Rohrdimension) formschlüssig gebaut. Da auf zahlreiche Bauarbeiten, wie Verschließen der Wände, Neusetzen des Fliesenspiegels, Malerarbeiten etc. verzichtet werden kann, sind die Einschränkungen für die Mieter minimal, die Bauzeiten extrem verkürzt und die Kosten 30-50% wirtschaftlicher im Vergleich zu einem herkömmlichen Rausriss.
 
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