★ Alternative Rohrsanierung von Asbestrohren

Faserzementrohre

Wie gefährlich sind Faserzementrohre?

Die in der Bauindustrie verwendeten Produktgruppen schwach gebundener Asbest und Asbestzementprodukte unterscheiden sich in ihrer Rohdichte und dem Asbestanteil.

Schwach gebundener Asbest, wie er in Spritzasbest, Putze, Leichtbauplatten, Bodenbelägen u.a. vorkommt, besitzt eine Rohdichte von < 1.000 kg/m³ und einen Asbestanteil von > 60 % Gewichtsanteil.

Astbestzementprodukte, wie Fensterbänke, Lüftungsrohre und auch Abwasserrohre haben eine Rohdichte von  >1.400 kg/m³ und einen Asbestanteil von < 15 % Gewichtsanteil.

 

Das Gefährliche am Asbest

Das gefährliche am Asbest ist die Größe der Fasern. Sie weisen eine typische faserförmige Struktur auf und können sich bis zu einer submikroskopischen Feinheit von <1 µm aufspalten. Besonders gefährlich sind Fasern mit einem Länge-zu-Durchmesser-Verhältnis von >3:1. Dies bedeutet eine kritische Fasergeometrie weisen Fasern auf, die in ihrer Länge > als 5 µm und/oder in ihrem Durchmesser < 3 µm sind.

Diese werden vom Filtersystem der Lunge nicht blockiert und gelangen in die unteren Atemwege. Dort können sie nach mehrjähriger Exposition Krankheiten wie die Asbestose, Lungenkrebs oder ein Mesothelium (bösartige Wucherung der Bindegewebszellen) auslösen. Neben der Dauer der Exposition ist auch die Konzentration von Asbestfasern in der Atemluft von Bedeutung. Bei einer Konzentration von 1 Mio. Fasern/m³ ist nach 25 Jahren mit derartigen Erkrankungen zu rechnen.

 

Was heißt dies für den Mieter, der in einem Haus mit Eternitrohren lebt?

Solange das Abflussrohr intakt ist, besteht keine Gefahr. Asbestfasern im Abwasser, die eventuell durch Spülvorgänge in das Abwassersystem gelangen können, sind nicht gefährlich. Im Alterungsprozess werden die Innenseiten der Rohre porös und können Fasern freisetzen. Die hier freigesetzte Fasermenge kann nicht in die Wohnungen gelangen, da alle Installationen Geruchssperren aufweisen. Sie gelangen über die Entlüftungsrohre ins Freie. Die so freigesetzten Konzentration an Asbestfasern ist auch bei den alten Rohren relativ gering.

Gefährlich wird es, wenn die Rohre defekt und irreparabel sind. Im natürlichen Alterungsprozess werden die Rohre weich und brüchig und ziehen sich gerne aus den Verbindungsmuffen heraus. Jetzt geht es an die Substanz. Alle Arbeiten an einem Asbestrohr, die eine Zerstörung der Struktur nach sich ziehen (z.B. Bohren, Sägen, Fräsen) setzen Asbestfasern frei. Daher dürfen Arbeiten an Abflussrohren aus Asbest nur von Fachunternehmen durchgeführt werden, die von den Behörden zur Durchführung solcher Arbeiten zugelassen sind.

Bei der herkömmlichen Strangsanierung, also dem Herausreißen, solcher alten Abwasserrohre werden Asbestfasern freigesetzt. Derartige Bauarbeiten benötigen daher umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen, wie das Umsetzen der Mieter, den Einbau von Sicherheitsschleusen und eine teure Entsorgung der Altrohre auf speziellen Abfallhalden.

 

Alternatives Sanierungsverfahren

Tubus System ist als Verfahren zur Rohrsanierung auf der Asbest- Positivliste des Instituts für Arbeitsschutz geführt (DGUV Information 201-012, BT 25) geführt und baut ein ungefährliches, neues Abwasserrohr in das alte Asbestrohr. Somit wird die Oberfläche der alten Abflussrohre versiegelt und Asbestfasern können nicht in die Atemluft gelangen. Die Umsetzung der Mieter und aufwändige Sicherheitsmaßnahmen sind nicht notwendig.

Eine Messung der Atemluft am Arbeitsplatz unserer Techniker ergab eine Asbestfaserkonzentration in Höhe von 272 bis 282 Fasern/m³. Getestet wurden 10 verschiedene Wohnungen auf verschiedenen Baustellen. Der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert für Baustellen liegt bei 15.000 Fasern/m³. Darüber sind die umfänglichen Schutzmaßnahmen zur Sicherung von Mensch und Tier (Schutzausrüstungen, Schleusen etc.) durchzuführen. Nach der Rohrsanierung muss die Asbestfaserkonzentration der gefährlichen Fasern unter 500 Fasern/m³ liegen. Nicht zu vergessen, dass Asbestfasern in Mitteleuropa generell in unserer Atemluft vorhanden sind und zwar in einer Konzentration zwischen 50 und 150 Fasern/m³ (LfU, Ref. T14 2018: Sachstandsbericht: Bewertung der Immissionbelastung durch Asbestfasern in der Außenluft). Die Rohrinnensanierung von Asbestrohren mit dem Tubus System ist somit ungefährlich und bringt mindestens die nächsten 50 Jahre Ruhe ins Abflussrohr.

 

Und wie erkenne ich, ob in meinem Haus Asbestrohre schlummern? Im nächsten Artikel können Sie sich gern weiter informieren - nächste Woche, hier auf unserer Webseite.

Zurück
Wir verwenden Cookies. Damit wollen wir unsere Webseiten nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie die Webseiten weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie unter Datenschutz